Am Abend zu Besuch bei Freunden im ISDN-Land gewesen. Weil Informationsbedarf, derwesten.de (mit der Illusion, journalistisches zu erwischen) aufgerufen. Holla, stärkste Nervenstränge wurden überstrapaziert, bis sich endlich mal was erkennbares aufgebaut hatte. Geht’s mit DSL schon manchmal schleppend, so ist’s mit ISDN fast nicht machbar.
derwesten.de ist, und das merkt man erst richtig mit ner schlappen Leitung, zugepflastert mit externem Werbe-Content. Besonders die regionalen Angebote bestehen fast nur noch aus Filmchen, Animationen etc.. Zwischendurch erscheinen Dinge, die nur noch weitläufig mit dem Begriff “Nachrichten” zu bezeichnen sind. Weiche Themen wie Vereinsaktivitäten, Tiergeschichten, Polizeiberichte, Umfrageergebnisse … werden als “wichtig und interessant” angepriesen.
Lokalpolitik ist weitestgehend Fehlanzeige. Und wenn doch, dann fast immer mit abgeschalteter Kommentarfunktion.
Im privaten TV-Bereich sind die Anbieter verpflichtet, inhaltsleeres, kommerziell ausgerichtetes Zeug als Dauerwerbesendung zu deklarieren.
Höchste Zeit für derwesten.de, mal über die Einführung eines entsprechenden Buttons nachzudenken. Und bitte: den Button noch mit dem Vermerk “Praktikanten-Spielwiese” ergänzen.
Hannes said on Donnerstag, April 15, 2010, 21:13
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Ohne eine schnelle DSL-Leitung ist DerWesten nicht aufzurufen. Wenn ich mit Notebook und UMTS-Stick unterwegs bin, muss der Westen stets draußen bleiben. Das Monstrum verstopft die Leitung. Freue mich schon auf deinen nächsten Zwischenruf
Rolf Wegart said on Donnerstag, April 15, 2010, 23:56
Ja, ja, ja! So und nicht anders ist das. DerWesten ist total neben der Spur. Fast keine Informationen, dafür bunte Bildchen. Las ich nicht mal bei dir die Neuinterpretation des WR-Kürzels?
WR = WAZ-Resterampe. Ich verstehe nicht, warum Massen von Lesern sich das gefallen lassen.
Matthias Neubauer said on Freitag, April 16, 2010, 0:16
ZOOM bringt dich an die Orte, die im Web wichtig sind. Endlich wird wieder eine Diskussion über die WAZ aufgemacht. Das war alles irgendwie eingeschlafen.
Ronsdorf said on Freitag, April 23, 2010, 10:26
Sehr gut geschildert! Selbst wenn man den Werbungs-Overkill per Browser ausfiltert (im Firefox geht das übrigens sehr gut), bleibt wenig Substanz übrig. Beiträge auf Volksschul-Niveau, grottenschlechte Amateur-Bildchen, Schlamperei und Fehler ohne Ende. Bei einem Blatt, das seine Daseinsberechtigung überwiegend aus dem so “unverzichtbaren” und “exklusiven” Regionalteil ableitet, ist das nicht akzeptabel. Es werden nicht mehr viele Abonnenten übrig sein, wenn es Herrn Hombach irgendwann tatsächlich gelingen sollte, seinen vollmundig gepriesenen “Qualitätsjournalismus” zu verwirklichen.